Backofenbau
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Wie wurde im Mittelalter überhaupt
Brot gebacken? Eine interessante Frage, die sich sicher vielen
Besuchern einer mittelalterlichen Burganlage stellt.
Damit in Zukunft unter fachkundiger Anleitung für Besucher, Gruppen und Schulklassen die Möglichkeit besteht, dieser Frage auf den Grund zu gehen entschlossen wir uns auf einer Beratung im März diesen Jahres das Projekt „Vom Korn zum Brot“ aus der Taufe zu heben. Von der Idee bis zur Verwirklichung ist es jedoch ein weiter Weg. So mussten wir uns erst einmal darüber klar werden, was für ein Backofen wohl dem historischen Vorbild am nächsten kommt. Und sollte der Ofen beweglich sein, um auch auf Festen das Backen erlebbar zu machen? |
Fundament des Backofens |
Unterbau des Lehmbackofens |
Die zweite Frage klärte sich von selbst, denn der Backofen den wir letztendlich bauen wollten, bringt ca. 10 Tonnen Masse auf die Wage. Die bewegt man nicht so leicht. Nach vielen Recherchen, Gesprächen und Beratungen waren wir auf ihn gestoßen. Der Bruder unseres Backofens steht im Denkmalhof Gernewitz und ist wie der Unsrige aus wiedergewonnenen historischen Baumaterialien entstanden. Jetzt galt es die
Finanzierung, den Standort und ggf. notwendige Genehmigungen zu klären.Wir
beantragten einen Zuschuss aus Lottomitteln des Landes Thüringen. Dieser
wurde in Höhe von 1.000,00 EURO durch das Thüringer Finanzministerium
bewilligt. Für uns bleibt immerhin noch ein stattlicher Eigenanteil von
fast 1.000,00 EURO, welcher durch eine Spende der Freien
Wählergemeinschaft Weida e.V. in Höhe von 150,00 EURO gemindert wird. In
Absprache mit der Stadt Weida wurde der Standort festgelegt. |
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Die Beantragung der
behördlichen Genehmigungen erfolgte dankenswerterweise durch die
Stadt Weida. Endlich konnte es losgehen! Vom
15. bis 17. Oktober 2003 bauten die Mitglieder des Vereins, Herr
Hellmut Hacke, Herr Frank Geiß und Herr Peter Neumeister unter
fachkundiger Anleitung von Herrn Jörg Junghans den Lehmbackofen
Stein für Stein auf.Am ersten Tag wurde auf dem durch die
Hundhausen-Bau GmbH Eisenach, Niederlassung Weida hergestellten
Ofenfundament der Sockel aus alten Sandsteinquadern gesetzt. Dieser
wurde mit alten Ziegeln und einem Lehm/Sand Gemisch ausgefüllt.
Zum Abschluss dieses
ersten Bauabschnittes wurden die Schamottesteine für den Brennraum
gelegt und mit Sand verfüllt. |
Einbau der Schalung |
Ummauerung mit Schamottstein |
Für den nächsten Tag hatte Meister Junghans schon eine Schalungsgerüst für den Brennraum vorbereitet. Jetzt konnten die Schamottesteine gesetzt werden. Der Brennraum hat
übrigens eine Birnenform, was historischen Vorbildern entlehnt ist. Er
verfügt über keinen Schornstein. Zur Befeuerung und zum Abzug dient
allein die Ofentür. Auf die Schamottesteine wurden Tuffsteine als
Dämmschicht aufgebracht. Danach erhielt der Ofen seine eigentliche
Form. Der letzte Tag diente dazu,
dem Ofen noch die Feinheiten und Schutz vor dem Regen zu geben. Durch
die Dachdeckefirma Hans-Gerd Zirbel wurden die Dachlatten aufgeschraubt
und die handgestrichenen Biberschwanzziegel aufgebracht. |
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Wir verfugten unter fachkundiger
Anleitung die Steine und versahen die Rückseite des Ofens mit einer
schützenden Putzschicht. In der Zwischenzeit setzte Meister Junghans
die Firstziegel.
Nun war es geschafft. Der Ofen war fertig.Gemeinsam mit der Frau Gunkel und Frau Taute weihten wir den Ofen ein. Möge er lange und gut Brot backen. In den nächsten Wochen werden wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Weida noch den Bereich um den Ofen gestalten und dann heißt es hoffentlich bald: „Herzlich willkommen zum Brot backen auf der Osterburg in Weida!“ |
Übermauerung mit Tufstein |
Beendigung der Mauerarbeiten
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Der Backofen |